{"id":660,"date":"2017-12-22T10:25:59","date_gmt":"2017-12-22T08:25:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.diskus.ch\/?page_id=660"},"modified":"2017-12-22T10:25:59","modified_gmt":"2017-12-22T08:25:59","slug":"druckversion-selina-mueller","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/diskus.ch\/?page_id=660","title":{"rendered":"Druckversion Selina M\u00fcller"},"content":{"rendered":"<h1>Wo und wie Diskusfische leben<\/h1>\n<h2>Woher stammt der Diskus?<\/h2>\n<p>Neben Neonfischen und Welsen sind heute die \u201eSymphysodon\u201c die Diskusfische, wohl eine der bekanntesten Aquariumfische aus dem tropischen S\u00fcdamerika.<br \/>\nDie Heimat der Diskusfische sind die Fl\u00fcsse des Amazonas und einer Reihe seiner Nebenfl\u00fcsse, soweit die dort vorherrschende Wasserzusammensetzung es zul\u00e4sst. Das Amazonasgebiet, Teile von Venezuela, Kolumbien, Brasilien und Peru sind die Heimat des Diskus. Also ein riesiges Gebiet mit vielen Fl\u00fcssen, Seen und Str\u00f6men, mit Regenf\u00e4llen und \u00dcberschwemmungen die unsere Vorstellungen weit \u00fcberschreiten. Die amazonischen Gew\u00e4ssertypen werden drei Arten eingeteilt. Weiss-, Schwarz- und Klarwasser, wobei sich die Diskusfische bevorzugt dort aufhalten wo das Wasser schwarz oder jedenfalls mit schwarzem vermischt ist.<br \/>\nDas Schwarzwasser sieht wie schwarzer, starker Kaffee oder Tee aus. Der pH-Wert ist mit Werten zwischen vier und f\u00fcnf extrem niedrig. Klares Wasser kommt in den kleinen Nebenfl\u00fcssen h\u00e4ufig vor. Das Wasser hat mit seiner gr\u00fcnlichen Farbe die h\u00f6chste Transparenz. Sie haben ebenfalls, wie die Schwarzwasserfl\u00fcsse einen ung\u00fcnstig niedrigen Elektrolygehalt. Der pH-Wert liegt meistens zwischen f\u00fcnf und sechs.<br \/>\nWei\u00dfes Wasser ist eine Mischung daraus, sieht aber schlammig aus.<\/p>\n<p>Alle 3 Arten von Wasser bieten ausgezeichnete Lebensbedingungen f\u00fcr die Diskusfische. Die Wassertemperatur dieser Fl\u00fcsse betr\u00e4gt circa 25 \u00b0C bis zu 30 \u00b0C am Amazonas. Oft werden die Fische w\u00e4hrend der Nacht gefangen, da sie durch das Fanglicht blind scheinen und in grossen Mengen in den Netzen gefangen werden. Diskusfische kommen in ihren nat\u00fcrlichen Biotopen niemals einzeln, sondern stets in gr\u00f6sseren Gruppen oder Schw\u00e4rmen von hunderten, oft sogar Tausenden vor.<br \/>\nIhre bierdeckelrunde, flache Gestalt gestattet ihnen, sich im ufernahen Schutz von ins Wasser h\u00e4ngendem Ge\u00e4st aufzuhalten. Wobei der flache, hoch aufgerichtete K\u00f6rper den oft engen Durchl\u00e4ssen entgegenkommt. Wer nun vermutet, dass diese K\u00f6rperform beim schnellen schwimmen hinderlich sei, der irrt sich! Diskusfische sind sehr schnell. Das liegt zum Teil an dem muskul\u00f6sen K\u00f6rper, bei dem der so genannte Eingeweidesack im Brustbereich liegt. Demzufolge besteht die K\u00f6rpermasse dar\u00fcber und dahinter vor allem aus Muskulatur die dem Diskus das schnelle Schwimmen erm\u00f6glicht.<br \/>\nIhre nat\u00fcrliche Fortpflanzungssignale erhalten die Diskusfische von den jahreszeitlichen Rhythmen. Dazu geh\u00f6rt vor allem der Tiefdruck, der die Regenzeit ank\u00fcndigt und in den meisten Gebieten f\u00fcr Hochwasser sorgt. Dies bedeutet f\u00fcr die Fische dass ihr bisheriger Lebensraum vergr\u00f6ssert, auch wenn der Wasserstand in vielen \u00dcberschwemmungsgebieten recht flach und das Wasser in diesen Zonen st\u00e4rker erw\u00e4rmt wird als in den tieferen Bereichen.<br \/>\nDurch die Bildung feinster Nahrungspartikel, wie zum Beispiel Infusorien (Infusionstierchen), entsteht nun in den \u00dcberschwemmungsgebieten gerade f\u00fcr die Jungfische ein Schlaraffenland, in dem allerdings auch schnellw\u00fcchsige junge Raubfische auf Nahrungssuche gehen und dabei die Jungfischschw\u00e4rme geh\u00f6rig dezimieren.<\/p>\n<h2>Fischarten<\/h2>\n<p>Obwohl mit vier Diskusarten eigentlich nur eine geringe Anzahl zu klassifizieren ist, ist es nicht einfach die Unterschiede darzulegen.<\/p>\n<h3>Heckel Diskus<\/h3>\n<p>Der \u201eHeckel Diskus\u201c (Symphysodon) ist sofort durch den dickeren f\u00fcnften K\u00f6rperstreifen zu erkennen. Auch der erste und der letzte senkrechte Streifen sind st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt. Heckel Diskus haben sehr sch\u00f6ne Grundfarben, die von r\u00f6tlich bis t\u00fcrkisblau variieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Brauner Diskus<\/h3>\n<p>Hinter dem Namen \u201e Brauner Diskus\u201c verbirgt sich Symphysodon axelrodi. Dieser Wildfangtyp war der weitverbreiteste Diskus in unseren Liebhaberbecken in den sechziger und siebziger Jahren. Er ist praktisch der Urvater unserer heutigen Diskusfische. Seine K\u00f6rpergrundfarbe ist hell- bis dunkelbraun. Am Kopf, auf der R\u00fcckenpartie und in den Bauchflossen hat er wenige blaue Streifen.<\/p>\n<h3>Gr\u00fcner Diskus<\/h3>\n<p>Gr\u00fcne Diskus (Symphysodon aequifasciatus) weisen eine gr\u00fcn-br\u00e4unliche Grundf\u00e4rbung auf. Im Bereich des R\u00fcckens und des Bauches sind die Fische gr\u00fcn gestreift. Royal Green Diskus haben gr\u00fcne oder t\u00fcrkisfarbene Streifen. Weitere gr\u00fcne Variante ist der Tef\u00e9 Diskus.<\/p>\n<h3>Blauer Diskus<\/h3>\n<p>Der vierte Vertreter ist der Blaue Diskus. Er erinnert in seiner Grundf\u00e4rbung stark an den braunen Diskus. Besonders im Kopfbereich ist dieser Fisch purpurfarbig. Kopf, R\u00fccken und Bauchpartie werden von blauen L\u00e4ngsstreifen \u00fcberzogen. Der Name \u201eRoyal Blue\u201c wurde f\u00fcr diesen Fisch schnell gefunden. Diese Fische stellten jahrelang die Spitze auf dem Diskussektor dar.<br \/>\nDas kr\u00e4ftige T\u00fcrkisblau dieser Wildf\u00e4nge wurde in die Nachzuchttieren unter dem Namen Kobaltblau erh\u00e4ltlich. Dieses metallische Gl\u00e4nzen fasziniert jeden Betrachter.<\/p>\n<h2>Was f\u00fcr Anforderungen braucht man um sie im Aquarium zu halten?<\/h2>\n<p>Der erste Blick auf Diskusfische im Gesellschaft Aquarium l\u00e4sst nicht erkennen, dass diese besondere Anspr\u00fcche stellen. Anspruchsvoll sind sie auch nur, vorausgesetzt man leitet den technischen Aufwand f\u00fcr ein Aquarium von vornherein in die richtigen Wege. Um den Diskusfischen optimale Lebensbedingungen bieten zu k\u00f6nnen sind einige Massnahmen erforderlich.<\/p>\n<h2>Wasserzusammensetzung<\/h2>\n<p>Diskuswasser sollte im leicht sauren Bereich der pH-Wert-Scala liegen. Je niedriger der pH-Wert eines Wassers ist, desto saurer ist es auch. Steigt der pH-Wert \u00fcber die Neutralgrenze, zeigen die Tiere durch dunkle F\u00e4rbung Unwohlsein an.<br \/>\nDer pH-Wert sagt nichts \u00fcber die Klarheit und Bakterienreinheit des Wassers aus. Er gibt nur Auskunft \u00fcber die positive bzw. negative Ladung mit Wasserstoff-Ionen. In saurem Wasser k\u00f6nnen sich Bakterien schlechter halten oder vermehren.<br \/>\n\u00dcber die H\u00e4ufigkeit des Teilwasselwechsels oder die Wassermenge eine Aussage zu machen ist schwierig, denn es gibt Z\u00fcchter, die nur alle 14 Tage 10% des Wassers auswechseln, andere dagegen wechseln t\u00e4glich bis zu 75% des Wassers. Beide haben den gleichen Erfolg.<br \/>\nEs ist aber sicher, dass der gr\u00f6ssere und regelm\u00e4ssige Wasserwechsel sehr positiv auf die Diskusfische wirkt. Dadurch wird das schnellere Wachstum beeinflusst. Also, es w\u00e4re besser jeden Tag konsequent mindestens 10 % Wasser zu wechseln als einmal in der Woche 70 % . Der Wechsel von einmal 70% w\u00fcrde zu einer radikalen Wasserver\u00e4nderung f\u00fchren, die Fische verkraften das nur schlecht.<\/p>\n<h2>Filterung<\/h2>\n<p>Da Diskusfische aus sehr langsam fliessenden, fast stehenden Gew\u00e4ssern kommen, ist es auch nicht n\u00f6tig in Diskus-Aquarien eine starke Wasserstr\u00f6mung zu installieren. Dies gilt erst recht f\u00fcr bepflanzte Diskus-Aquarien. Da durch den intensiveren Sauerstoffeintrag die Gefahr der Algenbildung an Scheiben, der Dekoration und vor allem an den Pflanzen steigt. Jedes Filtersystem hat seine Vor- und Nachteile. Welches Filter-System der Diskusliebhaber letztendlich bevorzugt, muss er selbst entscheiden. Auch die Futterart und Futtermenge beeinflusst die Filterung sehr stark.<\/p>\n<h2>Inneneinrichtung<\/h2>\n<p>Ein Aquarium zu \u201edekorieren\u201c heisst, seine Einrichtung den Anspr\u00fcchen seiner Bewohner und nicht denen seiner Betrachter anzupassen. Im Aquarium brauchen Diskusfische einen \u00e4hnlichen Schutz, wie in ihrem s\u00fcdamerikanischen Lebensraum. Zu viel Ge\u00e4st w\u00fcrde jedoch die gelegentliche Pflegearbeit im Becken beeintr\u00e4chtigen.<br \/>\nWir haben den Vorteil im Aquarium, bestimmte hochwachsende Pflanzen, wie grosse \u201eEchinodorus-Arten\u201c zu bieten. Ihr Versteck zu ersetzen, wie Wurzeln und Ge\u00e4st in der freien Natur.<\/p>\n<h2>F\u00fctterung<\/h2>\n<p>Sch\u00f6ne gesunde und grosse Diskus sind sicher das Ergebnis einer optimalen H\u00e4lterung und einer hervorragenden F\u00fctterung. Es gibt viele gute Futtersorten f\u00fcr Diskusfische. Das absolute Diskusfutter gibt es nicht. Die Kombination von Futtersorten bringt den Erfolg.<br \/>\nDie Futtertiere, die der Diskus in seiner Heimat Amazonien bekommen kann, sind bekannt. In erster Linie sind es die kleinen S\u00fcsswasserkrebse oder S\u00fcsswassergarnelen und die Larven und Puppen verschiedener Insekten und W\u00fcrmer. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen nicht alle Futtersorten gleichzeitig verabreicht werden. Wichtiger w\u00e4re es, verschiedene dieser Futtersorten immer wieder in den Speiseplan der Fischer einzubauen. Lebende W\u00fcrmer oder M\u00fcckenlarven sind leichter zu bekommen als lebende Krebse. Beide Futtersorten sind aber gefroren im Handel erh\u00e4ltlich. In der Natur m\u00fcssen die Diskus l\u00e4ngere Hungerperioden mitmachen. Deshalb k\u00f6nnen auch gefangene erwachsene Diskusfische l\u00e4ngere Zeit ohne Futter auskommen ohne Schaden zu erleiden. Nachzuchttiere sind da sicher etwas empfindlicher, denn sie sind regelm\u00e4ssige Nahrungsaufnahme gewohnt. Viele Diskusliebhaber neigen aber dazu, ihre Diskusfische zu \u00fcberf\u00fcttern.<br \/>\nEs ist bekannt, dass der Diskusk\u00f6rper viel Eiweiss enth\u00e4lt. Somit braucht er immer wieder eine gute Eiweissversorgung. Die nat\u00fcrliche Diskusnahrung in Amazonien ist reich an Eiweissbaustoffen, den so genannten Proteinen und deren Aminos\u00e4uren. So hat es der Aquarianer leicht, mit Fischfleisch, Krebsen Garnelen oder Rinderherz, seinem Diskus viel tierisches Eiweiss zu bieten. Erh\u00e4lt der Diskus viel nat\u00fcrliches Futter wie Garnelen oder Krebschen, braucht er keine zus\u00e4tzliche Vitamine. Ist dies aber nicht der Fall sollten Vitamine zugesetzt werden. Die Vitaminmengen sind abh\u00e4ngig von der Fischgr\u00f6sse, auch das Alter, die Verfassung, die Wasserbeschaffenheit sowie die Temperatur spielen eine Rolle beim Vitaminverbrauch.<br \/>\nEine Stunde nach der letzten F\u00fctterung wird der Bodengrund des Aufzuchtaquariums abgesaugt. Frischwasser wird zur Erg\u00e4nzung verwendet. Die Jungfische bekommen vier bis f\u00fcnfmal t\u00e4glich Futter. Ab einer Gr\u00f6sse von etwa 7 cm reduzieren sich die Mahlzeiten auf dreimal t\u00e4glich. \u00c4ltere und ausgewachsene Diskus f\u00fcttert man zweimal t\u00e4glich. Auf jeden Fall muss die F\u00fctterung rechtzeitig, bevor das Licht erl\u00f6scht, durchgef\u00fchrt worden sein. Die Fische m\u00fcssen Zeit genug haben, alles Futter in Ruhe aufzunehmen. Anschliessend m\u00fcssen die Futterreste wieder abgesaugt werden.<br \/>\nEs ist unn\u00f6tig das Licht f\u00fcr 24 Stunden t\u00e4glich brennen zu lassen. In der Natur haben es die Fische ja auch f\u00fcr einen langen Zeitraum v\u00f6llig dunkel. So haben die Diskusfische ihre Ruhe.<\/p>\n<h2>Abbleichen<\/h2>\n<p>Sobald die Wasserverh\u00e4ltnisse und Futterbedingungen gut sind und die Fische in einer ausgezeichneten Kondition stehen, kann der Z\u00fcchter damit rechnen, dass sie zum Laichen alt genug sind. Andere Faktoren w\u00e4ren noch zu ber\u00fccksichtigen:<br \/>\nDie Beckengr\u00f6sse, der Beckenstandort, die Beleuchtung und auch die m\u00f6glichen Bel\u00e4stigungen von ausserhalb spielen eine gro\u00dfe Rolle. Jedoch bleibt immer die F\u00fctterung und das Wasser massgebend. Nat\u00fcrlich z\u00e4hlt f\u00fcr die Fische das \u00dcberleben mehr als die Vermehrung, wenn sie dauernd gest\u00f6rt werden, und somit w\u00e4re auch keine Fortpflanzung m\u00f6glich.<br \/>\nF\u00fcr das Ablaichen benutzen viele Z\u00fcchter Tonvasen und St\u00fccke aus rostfreiem Stahl zum laichen. Man kann sein Zuchtbecken aber auch mit Schwertpflanzen aus dem Amazonasgebiet (Echinodorus) zwischen den Tonvasen ausf\u00fcllen. Oft legen die Diskus n\u00e4mlich ihre Eier auf die Bl\u00e4tter dieser Pflanzen. Da Diskus jedoch Fische sind, die ihre Eier gerne auf hartem flachem Boden diagonal oder vertikal legen, ist dies eine Gew\u00f6hnungssache.<br \/>\nEine andere Methode um den Laichvorgang zu beschleunigen, ist ein Wechsel des Futters oder des Wassers. Oftmals hat man nur ein eint\u00f6niges Futter.Gefrorene Schrimps oder Rinderherz. Auch das Erh\u00f6hen oder Erniedrigen des ph-Wertes kann den Vorgang beschleunigen.<br \/>\nIm Allgemeinen m\u00fcssen Diskus ca. zw\u00f6lf Monate alt sein, bevor Laichvorg\u00e4nge einsetzen. Da man das Geschlecht der Partner kaum an \u00e4usseren sekund\u00e4ren Merkmalen erkennen kann, hilft der Hinweis, dass die M\u00e4nnchen ein wenig kr\u00e4ftiger und im K\u00f6rperdurchmesser auch etwas gr\u00f6sser sind. Bei den Laichvorbereitungen ist das geschlechtsreife Weibchen kriegerischer und das aktivere Tier. In einem Becken mit sechs oder acht ausgewachsenen Diskus, wird sich das geschlechtsreife Weibchen seinen Partner selbst suchen. Bei der Aufzucht wird es das Weibchen sein, das das M\u00e4nnchen leitet.<\/p>\n<h2>Beginn des Laichvorganges<\/h2>\n<p>Steht der Ablaichprozess kurz bevor, l\u00e4sst sich rechtzeitig das Hervortretenden der Laichr\u00f6hre erkennen, die sich an der Genital\u00f6ffnung wenige Millimeter aus dem weiblichen K\u00f6rper hervorschiebt und schwillt auf, wogegen die des M\u00e4nnchen k\u00fcrzer und spitziger ist. Auch eine Farbver\u00e4nderung ist zu erkennen. Besonders in der hinteren K\u00f6rperh\u00e4lfte werden sie dunkler. Die Fische stehen ruhig an der Laichvase. Ab und zu geht ein R\u00fctteln durch den K\u00f6rper. Besonders in der Kopfpartie ist dieses R\u00fctteln zu erkennen. Die Fische zittern mit den Flossen und schwimmen sich gegenseitig an. Mehrmals schwimmt das Weibchen jetzt zu der Tonvase und scheint abzulaichen, immer wieder beginnt das Weibchen mit dem Probelaichen. Das M\u00e4nnchen muss jetzt interessiert bereitstehen. Das Weibchen schwimmt von unten den Laichkegel an und legt auf dem Weg nach oben ein Ei neben das andere. Durchschnittsgelege z\u00e4hlen 200 Eier, gute Gelege etwa 300 Eier und Spitzengelege 400-500 Eier.<br \/>\nNach jeder erfolgten Eiablage macht das Weibchen dem M\u00e4nnchen Platz, damit dieses die Eier sofort befruchten kann. Jetzt darf im Zuchtbecken keine zu schnellen Str\u00f6mung herrschen. Ein Abgleichvorgang dauert etwa 1 Stunde. Wichtig: St\u00f6rungen sind zu vermeiden.<br \/>\nJe besser sich ein Diskuspaar vertr\u00e4gt, desto bessere \u00dcberlebenschancen haben die Jungtiere. So k\u00f6nnen die Jungen st\u00e4ndig zwischen dem Hautsekret der beiden Alttiere w\u00e4hlen und so haben sie immer volle B\u00e4uche und wachsen in den ersten Tagen schneller. Nach der Eiablage stehen die Alttiere vor dem Gelege und bef\u00e4cheln mit den Brustflossen die Eier. Kommt es zu Raufereien unter den Eltern, kann es kritisch werden und sie fressen sogar als Folge die Eier auf, oder auch die geschl\u00fcpften Larven.<br \/>\nDie Eier brauchen zur Entwicklung etwa 60 Stunden bei einer Temperatur von 30 \u00b0C. Am zweiten Tag lassen sich bereits dunkle Kerne im Inneren der Eier mit blossem Auge erkennen. Nach etwa 48 Stunden sind bereits kleine Augen zu sehen. Sobald die Larven beginnen aus den Eiern auszuschl\u00fcpfen, helfen die aufmerksamen Alttiere. Sie \u201ekauen\u201c die Larven richtig heraus. Zuckend h\u00e4ngen die kleinen Larven mit ihren vibrierenden Schw\u00e4nzchen am Laichsubstrat. Dieses Stadium endet nach weiteren 60 Stunden, dann beginnen die Kleinen frei zu schwimmen. Es ist wichtig, dass sie die Elterntiere anschwimmen. Geschieht dies nicht, sind die Jungen verloren.<\/p>\n<h2>Jungfische<\/h2>\n<p>In den ersten 5-6 Tagen ern\u00e4hren sich die freigeschwommenen Jungfische ausschliesslich vom Hautsekret der Eltern. Danach kann man vorsichtig beginnen, ihnen frisch geschl\u00fcpfte Artemia-Larven in kleinen Portionen anzubieten. Der Z\u00fcchter muss sich die Zeit nehmen, die kleinen nach der Futtergabe zu beobachten ob alle Tiere bereits die winzigen Krebslarven fressen.<br \/>\n\u201e Jungfische zu ern\u00e4hren heisst Babys zu f\u00fcttern!\u201c Die Jungfische sollten etwa 4-5 Wochen bei den Eltern bleiben. W\u00e4hrend dieser Zeit muss man besonderen Wert darauf legen, einen regelm\u00e4ssigen und dazu m\u00f6glichst h\u00e4ufigen Teilwasserwechsel durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Selina M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo und wie Diskusfische leben Woher stammt der Diskus? Neben Neonfischen und Welsen sind heute die \u201eSymphysodon\u201c die Diskusfische, wohl eine der bekanntesten Aquariumfische aus dem tropischen S\u00fcdamerika. 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